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Bilinguale Erziehung

Die vorschulische Erziehung hat große Bedeutung für die Sprachförderung. Die Einrichtung kann von deutschsprachigen Kindern und von spanischsprachigen Kindern besucht werden, die jeweils individuell verschiedene Sprachkompetenzen besitzen. Um den Wortschatz zu erweitern und die allgemeine Sprachkompetenz zu fördern, wird in der Cocorí-Kindertagesstätte deutsch und spanisch systematisch gefördert. Für eine qualitative bilinguale und pädagogische Arbeit arbeiten wir in der Kita Cocorí mit dem  „Zweisprachenmodell“. Das Kind hat im Kindergarten nach diesem Modell die Möglichkeit, sowohl seine Muttersprache, als auch eine zweite Sprache zu erlernen/erleben. Je nach Herkunft/ Nationalität ergibt sich für die Kinder in der Kindertagesstätte Cocorí eine unterschiedliche Bedeutung bezüglich ihrer Zweitsprache: Während der Erwerb der spanischen Sprache für deutsche Kinder dem  „Bereicherungsmodell“ entspricht, und daher oft freiwillig geschieht, ist der Erwerb der deutschen Sprache für die spanischen Cocorí-Kinder von großer Bedeutung für das weitere Leben im deutschen Sprachraum. Bilinguale Erziehung betont die Förderung der Muttersprache als Vorraussetzung für den gelingenden Erwerb einer zusätzlichen Sprache, so dass die spanischsprachigen/ deutsch sprechenden Kinder vor allem in ihrer Muttersprache Spanisch/Deutsch gefördert werden sollen, damit als Folge davon der Erwerb der zusätzlichen Sprache leichter gelingt.

Die Sprachförderung geschieht, indem die Erzieherin mit den Kindern in einer der beiden Sprachen konsequent kommuniziert.  Die Kinder sollen sich durch die gleichzeitige Annerkennung beider Sprachen angenommen und verstanden fühlen, unabhängig davon, in welcher Sprache sie gerade kommunizieren wollen: Diese Entscheidung trifft jedes Kind für sich. Diese Ausgangsbasis soll in der Kindertagesstätte Cocorí dazu führen, das Interesse an der neu zu erwerbenden oder zu ergänzenden Sprache zu wecken. Kinder aus Familien, in denen kein Spanisch gesprochen wird, werden in der Regel bis zu ihrem dritten Lebensjahr aufgenommen, da es ihnen in diesem Alter aufgrund ihres Entwicklungsstandes noch leichter fällt, den Anschluss an eine zweite Sprache zu finden. Allerdings ist in dieser Hinsicht jedes Kind individuell zu betrachten. Dadurch bleibt die Integrität der Kinder im Vordergrund. Die Rolle der Erzieherinnen ist für die Vermittlung der Sprache von großer Bedeutung, sie kommuniziert konsequent in ihrer jeweiligen Muttersprache. Kinder werden durch vielfältige Sprachanreize zum Ausprobieren ihrer Sprachkenntnisse ermutigt, ohne dass Druck ausgeübt wird. Der bilinguale Ansatz des „Zweisprachenmodells“ wird in der Konzeption der Kita von einem weiteren Ansatz ergänzt:

 

Situationsansatz

Damit die Bedürfnisse der Kinder in der Cocorí auf kindgerechte Weise integriert werden, es ist uns wichtig, das „Zweisprachenmodell“ mit einer anderen didaktischen Position zu verknüpfen: Der „Situationsansatz“ eignet sich besonders für eine qualitative pädagogische Arbeit, und zwar aufgrund seiner Orientierung  an der Lebenssituation der Kinder. Im Mittelpunkt des Situationsansatzes steht das Wechselverhältnis von Kind und umgebender Realität. Gerade in einer  sich schnell wandelnden Gesellschaft mit Veränderungen wie z. B. Erwerbsarbeit von beiden Elternteilen, bzw. Arbeitslosigkeit, der Zunahme von Alleinerziehenden, starker Bebauung der unmittelbaren Wohnumgebung der Familien, ist es bedeutsam, die realen Bedürfnisse der Kinder nicht aus den Augen zu verlieren. In der Kita Cocorí wird – dem Situationsansatz entsprechend - jedes Kind von Anfang an als unverwechselbar in seiner Individualität betrachtet. Kinder besitzen seit der Geburt Fähigkeiten und Kräfte, die sie im Laufe ihrer Entwicklung ausbauen und erweitern. Sie sind in der Lage, über sich selbst und ihre Umwelt eigene Theorien zu bilden und daraus Handlungen abzuleiten, die ihnen in ihren jetzigen und zukünftigen Lebenssituationen hilfreich sein werden. Was bedeutet das konkret? Situationsorientierte Arbeit bedeutet Lernen in Erfahrungszusammenhängen: Für den Cocorí-Alltag bedeutet das eine pädagogische Arbeit, die sich in vier Schritten vollzieht. Im ersten Schritt analysieren wir anhand von systematischen Beobachtungen die aktuelle Situation der Kinder. Welche Situation ist erkennbar? Im zweiten Schritt werden mögliche pädagogische Ansatzpunkte erarbeitet, die in einer Zielformulierung münden. Dabei geht es darum, die Postulate von Autonomie, Solidarität und Kompetenz der Kinder zu berücksichtigen. Der dritte Schritt ist die gemeinsame Umsetzung der Zielformulierung in pädagogische Aktivitäten. Abschließend werten wir in einem vierten Schritt die durchgeführten Projekte aus. Diese Reflexion ist unser Ansatzpunkt, um neue pädagogische Perspektiven zu erarbeiten: Es handelt sich also um einen wiederkehrenden Prozess.

Das Menschenbild des Situationsansatzes dient unserem Team als Wegweiser. Dieses Menschenbild beinhaltet die Abkehr vom klassischen Lehr-/Lernverhälnis zwischen Erzieherin und Kind: Im Situationsansatz gestalten Kinder und Erwachsene gemeinsam einen Erfahrungs- und Kommunikationsprozess.  Durch die Erzieherinnen erfährt das Kind seinen Wert als Individuum. Durch ihr Vorbild können Kinder Mut zur Unvollkommenheit bekommen, eigene Schwächen und Stärken erkennen. Dies sind Voraussetzungen für ein gesundes Selbstbild. Sich als lernende und einzigartige Person zu erkennen, bildet das Fundament für die notwendige Offenheit, um auf die Welt zuzugehen, sie zu entdecken.

Die Pädagoginnen in der Kita Cocorí verstehen sich in der Arbeit mit dem Situationsansatz als Begleiterinnen: Freire erklärt diese Selbstorganisation folgend: „[…] ich kann nicht für andere, auch nicht ohne andere, noch können andere für mich denken […]“ (Stoll, S., 1995, S.43).

 

 

Tagesablauf

Im Tagesablauf der Kita  Cocorí legen wir viel Wert auf einen gleichmäßigen Tagesrhythmus. Er gibt den Kindern Sicherheit, Orientierung, ein Gefühl von Geborgenheit und Halt. Um dies gewährleisten zu können, bitten wir alle Eltern, sich an die Hol- und Bringzeiten zu halten.

7:00 Uhr: Frühdienst

Wenn es die Arbeitsbedingungen der Eltern erfordern, können die Kinder bereits ab 7.00 Uhr in die Kita Cocorí gebracht werden.

8:00 - 9:00 Uhr: Bringzeit und Freispielphase

Ab 7.OO Uhr bzw. 8.00 Uhr beginnt die Freispielphase. Das Freispiel gibt den Kindern Gelegenheit zum selbst bestimmten individuellen und kollektiven Lernen.  Das  Spiel wird in der Kita als die zentrale Ausdrucksform des Kindes anerkannt und unterstützt. Ich-Kompetenz, Sozial-Kompetenz und Sachkompetenz werden dabei gefördert. Im Freispiel zeigen sich die Bedürfnisse, Interessen und Themen der Kinder besonders deutlich: Es ist damit Ausgangspunkt für die Aktivitäten- und Projektgestaltung, für die pädagogische Arbeit insgesamt. In dieser Phase, die gegen 9.30 Uhr endet, wird ein gleitendes Frühstück angeboten.

Weitere Informationen zur Bedeutung des kindlichen Spiels finden Sie in der Zielsetzung der Einrichtung.

9:30 Uhr: Morgenkreis

Der Morgenkreis ist das erste gemeinsame Ritual aller Kinder am Vormittag. Dazu gehören z.B. Lieder, Gespräche, Fingerspiele. Bei diesem zentralen Treffen entscheiden sich die Kinder außerdem für ein Angebot/ Projekt, bzw. mit wem sie den Vormittag verbringen möchten.

10.00 – ca. 11:00 Uhr: Angebotsphase

In der Angebotsphase werden wir individuelle Lernwege von Kindern  fördern, indem wir – in Abhängigkeit von den aktuellen Bedürfnissen und Interessen der Kinder, sowie dem Rhythmus der Jahreszeiten und Feste - verschiedene Aktivitäten und Projekte anbieten.

Außerdem wird es trotz Mischung der Altersgruppen altersspezifische Aktivitäten geben, zu denen die Gruppen nach Bedarf bzw. Interesse gebildet werden.

Einmal pro Woche findet ein internationales Frühstück statt, bei dem wir die Hilfe der Eltern benötigen.

Ab 11:30 Uhr Mittagessen

Mittags bieten wir ein warmes Essen an (Vollwertkost). Es ist sowohl für die Krippenkinder, als auch für die Elementarkinder geeignet.

12:00 Abschlusskreis bis 12.15 Uhr

12:15- 13:00 Uhr  Abholzeit/für die kleineren fängt hier die Schlafzeit an

Das Kind sollte nicht abgeholt werden, wenn es sich in einer Aktivität  befindet, bitte möglichst an die Zeiten halten.

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13:00 – 14:00 Uhr:  Ruhezeit

Für Kinder, die keinen Mittagsschlaf brauchen, bieten wir ruhige Beschäftigungen an.  

14:00 – 15:00 Uhr:  Bringzeit für Nachmittagskinder und Freispielphase

Um 14.00 Uhr schließt sich eine weitere Freispielphase an. Während der Freispielphasen haben die Kinder jederzeit die Möglichkeit Getränke und leichte Kost (z.B. Obst) zu sich zu nehmen.

15:00 Uhr: Nachmittagskreis

Der Nachmittagskreis leitet die Angebotsphase des Nachmittages ein.

15:30 – 16:30 Uhr: Angebotsphase (Aktivitäten siehe oben)

16:45 Uhr: Abschlusskreis

17.00-18:30 Uhr: Holzeit und Freispielphase

Auf Wunsch erhalten die Kinder ein leichtes Abendbrot.

 

Erzieherin/Eltern

Die Elternarbeit ist im Krippen –und Elementarbereich insgesamt, und somit auch in unserer Kita von großer Bedeutung. Es gibt regelmäßige Elternabende, die je nach Bedarf oder alle drei Monate stattfinden. Hier wird über pädagogische Fragen, das Geschehen in der Gruppe und Organisatorisches gesprochen. Darüber hinaus werden regelmäßige Elterngespräche geführt, um sich einerseits auszutauschen, aber auch um beratend tätig zu werden und Lösungen für eventuelle Probleme zu suchen. Weiterhin ist die Elternarbeit für praktische Belange gefordert, z.B. um Ausflüge mit zu gestalten. Die Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen der Kinder, sie kennen ihre Kinder am besten und sind daher wichtige Ansprechpartner für das pädagogische Personal. Nach Möglichkeit gibt es beim täglichen Bringen oder Abholen einen Informationsaustausch zwischen Eltern und Erziehern.

Elternkontakte untereinander gewinnen in der Kita Cocorí durch das Bilinguale Konzept besondere Bedeutung, da Eltern, die unter Umständen neu in Deutschland sind, schnell Kontakte in ihrer Muttersprache finden wollen, bzw. eine Anlaufstelle brauchen, um Kontakt zum neuen Umfeld aufzunehmen. Für die Bilinguale Erziehung der Kinder ist es bedeutsam, dass die Eltern die Zweisprachigkeit ihrer Kinder zuhause soweit wie möglich unterstützen und aktives Interesse daran zeigen.